Good Bye Austin…

Alles hat ein Ende.

Leider stelle ich immer wieder fest, daß Momente oder Erlebnisse, die einem besonders gut gefallen, einem mit zunehmendem Alter immer kürzer vorkommen, wohingegen jene, die einfach zum Kotzen sind, eine Ewigkeit andauern. Wie soll ich mir sonst erklären, daß mir mein Aufenthalt hier in Texas, sich wie eine Woche angefühlt hat, ein Besuch beim Zahnarzt aber wie ein Jahr?

Es beunruhigt mich zudem, daß mich das Gefühl hier etwas verpasst zu haben, einfach nicht mehr loslässt, obwohl ich eigentlich jeden Tag ab spätestens 8 ( ja, morgens…) unterwegs war. Wer mich kennt, wird es mir kaum glauben. Aber ich schwör auf alles, Digga!

Ich kann jedem nur nahelegen mal in Austin vorbeizuschauen. Es lohnt sich wirklich! Auch die Umgebung ist eine Reise wert. Nur sollte man sich genug Zeit nehmen, den ein Monat reicht kaum aus. Ein Jahr wäre besser, vor allem weil man dann noch etwas Muße hat die Nachbarstaaten zu erkunden. Mal sehen; sollte ich durch Zufall mal reich werden, weiß ich zumindest schon, was auf dem sofort auf dem im Anschluss gekauften Flugticket stehen wird.

So bleibt mir im Moment aber nur mich bei Austin, Texas und vor allem meiner Tante und meinem Onkel von ganzem Herzen zu bedanken für eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte! Die beiden haben sich den Allerwertesten wirklich aufgerissen, um mir hier einen fabelhaften Aufenthalt zu gewähren und ich habe noch nicht den blassesten Schimmer, wie ich mich jemals dafür erkenntlich zeigen kann. Irgendeinen Weg werde ich aber sicher finden.

Zum Abschluß deshalb noch ein paar Austin favourites von Herrn Santos für seine kleine aber feine Leserschaft, auf die er sich, trotz seiner schönen Zeit hier, schon sehr freut.

 

Thank you, Rita and Bob!

 

Fast Food Test – Heute: Schlotzskys

Einer der Namen, die mir immer wieder links und rechts des Weges ins Auge fiel ist Schlotzskys. Ja, die heißen wirklich so. Unter dem Namen steht meist: Funny name, serious sandwiches. Das schreit also förmlich nach einer qualifizierten Beurteilung durch einen Gringo.

Also auf zu meinem letzten Fast Food Test. Die Schatten unten rechts lassen den leichten Größenunterschied zwischen mir und meiner Tante erahnen…

Als erstes fällt der Preis auf. Stolze $7,44 möchte Herr Schlotzky für sein serious Sandwich haben. Das ist bisher, wenn man zusätzlich noch den Umfang des Dargereichten in die Gleichung einbezieht, das mit Abstand teuerste Menü. Doch Herr Santos scheut keine Kosten, um der Heimat die kulinarischen Eigenarten dieses Landes näher zu bringen.

Ich entscheide mich für die Fiesta Chicken Combo. Im Lieferumfang enthalten sind also das Fiesta Chicken Sandwich, ein Getränk mit Refills und ein Stück saure Gurke.

Ansprechend sieht es ja aus. Negativ zu bewerten ist allerdings, daß es keinerlei Side Order Option gibt. Bis auf die Gurke, die in der Kategorie „Füllt den Magen“ aber nicht wirklich ausschlaggebend sein dürfte.

Die Getränkewahl fält heute auf Dr. Pepper Cherry, nachdem eine Probe des angebotenen Root Beer bei mir Gesichtverrenkungen auslöst. Dafür schmeckt die Cherryvariante des scharfen Akademikers sehr gut und meine Gesichtsmuskulatur entspannt sich wieder.

Der erste Biss in meine Hühnchen Fete erweist sich als Offenbarung. Hier stimmt alles. Das Brot scheint frisch getoastet, denn es ist angenehm warm. Zudem ist das Brot fluffig, weist eine angenehme Konsistenz auf und schmeckt auch ohne Belag hervorragend.

Der Käse hat sich sanft in die erste Ebene des Brotes eingeschmolzen. Der Salat ist frisch, knackig und vor allem noch kühl. Gewürfelte Gurken und Tomaten runden diesen nach oben hin ab. Das Huhn sieht etwas geschreddert aus, aber wer Fiesta ordert darf sich darüber nicht wundern. Dafür schmeckt es gut. Eine köstliche Sauce sogt für die nötige Feuchtigkeit. Die Gurke erweist sich als Füller, wie erwartet, unzureichend, sorgt aber für Abwechslung am Gaumen. Ein wahrer Genuß. Zudem ist dieses Sandwich von der Qualität der Zutaten her, das beste Fast Food das ich bisher getestet habe.

Von daher darf ich den Schlotzskys nicht nur zu einer treffenden Werbefomulierung (Funny name, serious sandwiches) gratulieren, sondern auch zum ersten Platz in meiner Testreihe! Und obwohl der Preis etwas hoch ausfällt, bekommt man hier gutes Essen für den Dollar.

Wen es also einmal in die USA verschlagen sollte und ein Schlotzskys erblickt, dem kann ich nur raten: rein da! Es erinnert von der Aufmachung her an Subway, watscht die erwähnte Konkurrenz aber in so ziemlich allen Gesichtspunkten ab. Glück für Subway, daß es Schlotzskys nicht in Deutschland gibt.

Fast Food Test – Heute: Taco Bell

Über Taco Bell habe ich bisher nur schlechtes gehört. Und da ich mich in letzter Zeit als recht experimentierfreuding bezeichnen darf, fiel die Wahl auf eben dieses Haus.

Für USD 5,38 gibt es die Combo Enchurrito (oder so…) plus Softdrink mit Refills. Das ist bisher das günstigste, kommt aber ohne Sideorder wie Pommes oder Salz (siehe Wendy’s). Allerdings ist der Service sehr freundlich, denn der Herr an der Kasse erklärt und empfiehlt mir ausgesprochen ausführlich die Speisekarte, nachdem ich mich verbal entblöße und auf die Frage, womit er mir den dienen könne, erkläre „Ich habe keine Ahnnung. Ich bin hier nur auf Besuch fräse mich gerdade durch das breite Angebot an Fastfood. Was wäre denn so ein typischen Mal bei Taco Bell?“

Ein Grinsen seinersits lässt mich annehmen, daß er das für eine gute Idee hält. Oder mich für zurückgeblieben. Jedenfalls folgt darauf sein oben erwähnter Monolog. Er entschuldigt noch als er mich sagt, daß es keine Pommes dazu gibt, aber er würde mir eine Taco schenken, denn er könne mich ja kaum aus einem Taco Bell ohne einen Taco heraualassen. Dank dieser größzügigen Spende um der Völkerfreundschaft Willen, sieht meine Combo wie folgt aus.

 

Rechts im Bild die Gabe des Taco Bellisten, Mittig dann der Enchurrito (oder so ähnlich) und schließlich der Softdrink. Eine stark leuchtende Flüssigkeit, der Farbe nach zu urteilen radioaktive Schlumpfpisse, mit dem Namen Mountain Drew: Baja Blast, eine Sorte Mountain Dew, die exklusiv bei Taco Bell erhältlich ist.

Der Taco schmeckt trocken, selbst ds Fleisch und das obwohl es in  irgendeiner feuchten Masse schwimmt. Außerdem fällt die ganze Zeit entweder Salat oder Käse raus.

Das Mountain Dew: Baja Blast schmeckt auch recht bescheiden. Immerhin ist die Farbe stimulierend…

Der Enchurrito (oder…ihr wisst schon) haut aber alles raus. Schmeckt sehr gut, der Kollege. Der Salat ist überraschend frisch, das Fleisch zart und saftig und das umgebende Brot, Flatbread genannt, schmeckt klasse. Einziger Nachteil ist die Schwierigkeit der Aufnahme in den Kau-, und Verdauungsapparat, denn das Teil schwemmt bei jedem Biss entweder Vorne oder Hinten über. Was ein Glück, daß das miterworbene Getränkebehältnis Eimermaße hat.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, daß enttäuschenderweide ausgerechnet der Taco, das Flaggschiff des Franchise, auszulassen ist. Der Enchurrito (…) ist empfehlenswert. Sollte es mich wieder hierhin verschlagen wird die Getränkewahl auch anders ausfallen. Trotzdem ist Taco Bell einen Besuch wert.

Halloween in der 6th Street

Am 31. war es soweit. Halloween in der famosen 6th Street von Austin.

Allerdings kam die erste Ernüchterung gleich am Anfang, denn der 31. war ein Montag und somit nicht so viel los, wie es einem Freitag oder Samstag der Fall gewesen wäre. Der zweite Streich folgt so gleich, denn um dem vermuteten Verkehr zu entgehen parken wir etwas weiter entfernt und wollen den Bus zur 6th nehmen. Leider ist der ÖPNV hier nicht so ausgebaut wie bei uns daheim, was sich in einer peinlich niedrigen Abfahrtskadenz niederschlägt. Richtig scheiße wird’s, wenn ein Bus ausfällt und so stehen wir uns zusammen mit ein paar anderen Halloweenwilligen eine geschlagene Stunde die Beine in den Bauch.

Um 20 Uhr gab es einen Umzug, mit viel Tamtam, Kostümen und Bands. Gut, daß wir um 21:30 schießlich in der 6th Street stehen. Wäre bestimmt eh viel zu laut gewesen…

Egal, beim nächsten Besuch klappt’s. Dafür ist um diese Uhrzeit der Alkoholpegel schon beträchtlich und so findet Herr Santos reichlich Volk, daß regelrecht darauf wartet fotografiert zu werden. Überall sind sie am posieren für die beträchtliche Anzahl an Fotografen, die mir die besten Positionen streitig machen und die Freaks möglichst Mustergültig vor die Linse zu bekommen. Gut, daß Herr Santos groß und robust gebaut ist, denn so hat er wenig Schwiereigkeiten den ganzen Pöbel zur Seite zu schieben!

Als erstes komme ich an einer Bar vorbei, wo die Fenster plötzlich aufgestoßen werden und zwei Emos, mit Instrumenten bewaffnet, bedrohen mich mit ihrem Make-Up. Diese Taktik scheint allerdings sehr erfolgreich, denn zuvor leere Bar füllt sich rasch mit geneigten Hörern.

Geschockt flüchte ich mich in die Massen. Doch ich vergesse zu schnell, daß diese Nacht von Terror und Grauen bestimmt wird, und so sehe ich mich, kaum daß ich mich der geschminkten Horden abneigte, schon bald einer neuen Bedrohung ausgesetzt. Ähnlich großzügig in der Körperbemalung, doch der Horror findet hier auf einer viel subtileren Ebene statt…

Gabs da nicht eigentlich noch einen in grün? Woscht! Weiter gehts auf der Suche nach dankbaren Mugshot Opfern. Und ich werde rasch fündig. Ich bin nicht sicher, was das sein soll, aber ich entschied mich im Nachhinein für eine Mischung aus Wolverine und dem Wolpertinger.

Der folgende Kandidat wäre mir galatt entgangen, wenn meine Tante nicht plötzlich aufgeschrien hätte, als der sympathische Herr neben auftauchte. Freundlicherweise posierte er für mich.

Das nächste Foto entstand unter erschwerten Bedingungen. Eigenlich wollte ich nur den Gold Sido und seine Kameraden ablichten, als sich unverhofft die Ninja Göre in de Mitte, das Häschen zur Rechten und der offensichtlich gestörte Mann zur Linken ins Bild schoben. Ich fand die Posen allerdings so gelungen, daß ich mich gezwungen sah, den Auslöser zu betätigen!

Wer Herrn Santos kennt, weiß daß dieser viele Makel hat. Kleinwuchs zählt allerdings mit Sicherheit nicht dazu. Es kommt nicht häufig vor, daß ich zu meinen Gesprächspartnern aufblicken muss. Noch seltener passiert dies, wenn es sich dabei um eine Frau handelt. Es gibt allerdings Ausnahmen. Eine gewalige Ausnahme stellte die Dame auf dem folgenden Bild dar. Diese war geschätzte 2,15 groß und ich musste den Kopf in den Nacken legen, um ihr ins Gesicht zu schauen. Allerdings muss ich eingestehen, daß ich meinen Kopf recht wenig bewegt habe. Und wenn doch dann eher mit Neigung nach unten, denn die Dame hat wirklich sehr lange und attraktive Beine. Das scheint dem Herren im Hintergrund auch aufgefallen zu sein 🙂

Was der folgende Herr zu sich genommen hatte um in Stimmung zu kommen, war recht offensichtlich…

Fast schon versteckt und einsam am Rande saß dieser Herr auf seinem Motorrad, daß er in sein Kostüm integriert hat. Das ist ihm auch sehr gut gelungen.

Auffällig war die Anzahl an Hispanics, die sich in der 6th eingefunden hatten. Das ganze glich streckenweise eher einem full scale Dia des los Muertos. Einige Hombres hatten sich erst gar nicht verkleidet, andere hingegen haben offensichtlich einige Zeit vor dem Spiegel verbracht.

Der Herr auf dem folgenden Bild hatte sehr viel Geduld mit mir, denn wir brauchten 4 Anläufe, um sein Gesicht auf den Chip meiner Kamera zu bannen. Take 1: irgend ne Hippe latscht durchs Bild. Take 2: Blitz zündet nicht. Take 3: siehe Take 1. Der Herr im Hintegrund kann das ganze auch kaum fassen…

Diese beiden hatten ihre Kostüme aufeinander abgestimmt und scheinbar auch ein paar Posen einstudiert. Hat sich aber gelohnt.

Das letzte Foto poste ich eigentlich nur, weil mir der Gesichtsausdruck des Herren äußerst rechts so unglaublich gut gefallen hat. So eine feine Mischung aus herablassender Verschmitztheit und wissender Selbstironie…

So, gibt zwar mehr Bilder und ich hätte noch weitaus mehr schießen können, aber ich brauche ja auch ein wenig Zeit, um das selbst zu genießen und betrunken zu werden. Happy Halloween!

Ein grünes Paradies mitten im trockenen Texas

Es regnet selten in Texas. Zu Zeit allerdings so selten, daß viele Bauern um ihre Existenz fürchten müssen. Um genau zu sein ist hier seit neun Monaten kein einziger Tropfen Regen gefallen. Merken tut man das daran, daß die Zeitungen Bewässerungszeiten für einzelne Straßen veröffentlichen. Wer sich nicht dran hält, zahlt viel Strafe. Soll heißen, wer öfter als einmal die Woche den Rasen bewässert, bekommt ne finanzielle Klatsche verpasst.

Mag daran liegen, daß viele der Häuser unbedingt „ausländischen“ Rasen haben pflanzen lassen, da das Aussehen der Halme des heimischen Grases als nicht so hübsch empfunden wird. Kacke ist natürlich, wenn das Importgras 400% mehr Wasser braucht um hübscher zu sein als das Heimische.

Kaum zu glauben, daß es also noch Orte gibt, die von dieser Trockenheit nicht betroffen zu sein scheinen. Ein nah gelegener Nationalpark ist einer dieser Orte.

Einige mehr oder weniger schwer begehbare Pfade schlängeln sich durch recht dicht bewachsene Hügel und führen Herrn Santos schließlich zu einem magischen Ort, der als Kulisse für Filme herhalten könnte. Gut das die Kamera dabei ist, denn ich kam aus dem Staunen kaum mehr raus. Die Bilder sprechen für sich. Seht, staunt und beneidet 😛

Über diese kleine Brücke geht es gen natürlicher Poolarea, die auch zum Baden freigegeben ist.

Allerdings haben wir Glück und sind früh genug da, um keine Menschenseele anzutreffen. Ein gewundener Gang führt ringsum den Poolbereich…

…und gibt schließlich den Blick auf denselben frei.

Und dann wird’s cineastisch!

Und ja, das ist wirklich in Texas!